Der gespaltene Bambus
Kaum ein Buch der Weltliteratur hat es so häufig geschafft, den darüber redenden Menschen die Schamesröte ins Gesicht zu treiben und dabei doch oft falsch verstanden zu werden, weil es neben seiner erotischen Komponente auch philosophisch die seelische Ebene zu ergründen suchte, auf der sich zwei liebende Menschen begegnen die Rede ist vom Kamasutra. Was das Buch aus Indien des 4. Jahrhunderts vor allem bekannt gemacht hat, sind die darin beschrieben Sexstellungen. Zusammen mit den Büchern Ananga Ranga und dem “Duftenden Garten” zählt es 64 Sexstellungen, eine davon ist der “gespaltene Bambus”. Dabei handelt es sich um eine Stellung, die vor allem von der Frau viel Geschick und Beweglichkeit abverlangt. Sie liegt auf dem Rücken, er auf ihr. Dabei legt sie eines ihrer Beine auf seine entsprechende Schulter, das andere Bein kann ablegt oder abgespreizt werden. Der gespaltene Bambus verspricht ein tiefes Eindringen des Penis und eine hohe Befriedigung beider Partner.